Rheumatoide Arthritis
Gerne informieren wir Sie über Rheumatoide Arthritis – kurz RA. Lesen Sie häufige Fragen und Antworten. Weitere Informationen finden Sie auch unter Therapiebereiche.
Was ist der Unterschied zwischen einer RA und Rheuma?
Rheuma ist ein Sammelbegriff für rund 400 verschiedene Erkrankungen des Stütz- und Bindegewebes im Bewegungsapparat. Die RA ist eine dieser Erkrankungen.
Wer kann an einer RA erkranken?
Die RA ist an keine spezifische Altersgruppe gebunden. Am häufigsten erkranken Personen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
Wie entsteht eine RA?
Die Ursachen der Rheumatoiden Arthritis sind ungeklärt. Studien belegen aber, dass genetische Faktoren wohl einen erheblichen Einfluss haben. So gibt es Hinweise, dass eine Störung des Immunsystems an der Entstehung der Erkrankung beteiligt ist. Daneben erhöhen Umweltfaktoren wie zum Beispiel Rauchen das Risiko an RA zu erkranken.
Was sind die ersten Symptome?
Typisch für den Beginn sind eine länger anhaltende Morgensteifigkeit sowie Schmerzen und Schwellungen in Finger- und Zehengrundgelenken. Leider ist der Krankheitsverlauf kaum vorhersagbar und bei Patienten sehr unterschiedlich. Charakteristisch sind allerdings Krankheitsschübe mit einer Dauer von einigen Wochen bis mehreren Monaten.
Ist die RA heilbar?
Ist die chronische Erkrankung erst einmal aufgetreten, schreitet sie unaufhaltsam fort. Neue hochwirksame Therapieformen können allerdings die Beschwerden deutlich lindern, den Krankheitsverlauf verlangsamen und schwerwiegende Folgen günstig beeinflussen.
Warum ist Früherkennung bei einer RA besonders wichtig?
Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium erkannt, lässt sich durch gezielte Behandlung der Entzündungsprozess stoppen. Damit ist Früherkennung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Therapie.
Gibt es spezifischen Marker?
Die RA wird nach wie vor aufgrund von klinischen Symptomen wie Morgensteifigkeit oder Arthritis in Gelenkregionen diagnostiziert. Dieses Verfahren ist allerdings recht unspezifisch und einer der Gründe, warum es oft zu lange dauert, bis die Krankheit sicher erkannt wird.
Gibt es effizientere Diagnosemethoden?
Da RA ein entzündlicher Prozess ist, kann man im Blut oder der Gelenkflüssigkeit unspezifische Zeichen nachweisen. Daneben gibt es jedoch Substanzen, so genannte Rheuma-Marker, deren Nachweis mit hoher Wahrscheinlichkeit auf RA hinweist. Marker sind Labormessgrößen, um das Vorhandensein einer Erkrankung so früh wie möglich und so sicher wie möglich nachzuweisen; oder den Verlauf von Erkrankungen zu überwachen.
Welche aussagekräftigen Rheuma-Marker gibt es?
Heute werden Marker eingesetzt, die in direkter Verbindung zur RA stehen. Dabei nutzt man Strukturen, gegen die der Organismus eigene Antikörper gebildet hat. Ein Beispiel ist der „Antikörper gegen zyklische citrullinierte Peptide“ (Anti-CCP). Diese Antikörper sind nur bei RA-Patienten zu finden und lassen sich schon viele Jahre vor dem Auftreten der Symptome nachweisen. Damit eignet sich Anti-CCP als Marker für die Diagnose, die Verlaufskontrolle, aber auch zur Prognose der Entwicklung einer RA aus einer undifferenzierten Arthritis. Ein weiterer Vorteil des Markers ist, dass er bei etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten gefunden wird, bei denen der Rheumafaktor-Test negativ war. Dieser Rheumafaktor wurde lange Zeit ausschließlich zur Diagnose und Vorhersage einer RA genutzt. Für eine möglichst sichere Diagnose sollte heute also eine kombinierte Ermittlung beider Marker erfolgen.
Wird der Anti-CCP-Test von Krankenkassen gezahlt?
Der Anti-CCP-Test gehört seit neuestem zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Damit ist gewährleistet, dass im Rahmen der ärztlichen Diagnostik zur Abklärung einer RA die Kosten der Testdurchführung von den Kassen übernommen wird. Wird ein Anti-CCP-Test im Rahmen einer stationären Behandlung im Krankenhaus durchgeführt, gehörte er bei Kassenpatienten zum Leistungsumfang und wird erstattet.
Als Vorsorgeuntersuchung kann der Test im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) auf eigene Rechnung veranlasst werden. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel (nach vorheriger Absprache) die Kosten des Tests bei Verdacht auf eine RA.
Wie läuft das Testverfahren ab?
Zur Durchführung des Anti-CCP-Tests entnimmt der Hausarzt oder Rheumatologe eine Blutprobe, die er ins Labor sendet. Dort wird der Anti-CCP-Wert automatisiert ermittelt. Anhand der Werte kann Ihr Arzt dann das weitere Vorgehen besprechen.

