Abbott: Therapiebereich Bauchspeicheldrüse
Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz können fehlende Bauchspeicheldrüsenenzyme durch Enzympräparate ersetzt beziehungsweise ergänzt werden. Dazu bietet Abbott ein hochwirksames Enzympräparat an, das an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst ist. Dieses beinhaltet den Wirkstoff Pankreatin in Form vieler kleiner Kügelchen (Mini-Mikro-Pellets), die sich besonders gut mit dem Nahrungsbrei vermischen können. Dies ist entscheidend für eine gute Wirksamkeit. Die Pellets stehen entweder lose als Granulat oder abgefüllt in Kapseln zur Verfügung. Um eine individuelle Dosierung zu gewährleisten, ist das Präparat in verschiedenen Wirkstärken erhältlich. Patienten können die Wirkung unmittelbar spüren: Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Fettstühle oder Blähungen lassen nach oder verschwinden ganz. Für junge Patienten mit Mukoviszidose ist ein spezielles Präparat für Kinder erhältlich.
Exokrine Pankreasinsuffizienz – wenn die Bauchspeicheldrüse Alarm schlägt
Die Bauspeicheldrüse ist mit entscheidend für den Stoffwechsel des Menschen: Sie produziert Verdauungsenzyme, ist zuständig für den Zuckerstoffwechsel und neutralisiert die Magensäure im Dünndarm. Erkrankt das Organ, kann dies schlimme Folgen haben. Eine Störung der Produktion von Verdauungsenzymen (exokrine Pankreasinsuffizienz) verursacht Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle und Fettstühle und kann zu Folgeerscheinungen wie Mangel an fettlöslichen Vitaminen sowie Gewichtsverlust führen. Oft bleiben Störungen der Bauchspeicheldrüse lange unerkannt. Viele Symptome treten erst auf, wenn bereits 90% der Verdauungsfunktion verloren gegangen sind. Spezielle Enzympräparate können Patienten helfen.
Eine gesunde Bauspeicheldrüse bildet täglich eineinhalb bis drei Liter Verdauungssaft. Darin befinden sich über 20 Verdauungsenzyme, die in der Nahrung enthaltene Proteine, Fette und Kohlenhydrate in kleinste Bausteine aufspalten. Nur so ist der menschliche Körper in der Lage, die Nährstoffe im Darm ausreichend zu verwerten und ins Blut abzugeben.
Krankheitsbild
Von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) sprechen Mediziner, wenn die Bauchspeicheldrüse Verdauungsenzyme in unzureichender Menge oder gar nicht mehr produziert. Klassische Symptome sind unter anderem heftige gürtelförmig ausstrahlende Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall. Da insbesondere die Fettverdauung unzureichend ist, kommt es in der Regel zu starkem Gewichtsverlust und zur Absonderung eines teils sehr hellen, übelriechenden, voluminösen Stuhls (sogenannter Fettstuhl). Die Symptome treten meist schubweise und manchmal in ihrer Gesamtheit erst nach Jahren auf. Oft kommt eine bakterielle Fehlbesiedelung des Darms erschwerend hinzu.
Ursachen
Die Ursachen für eine exokrine Pankreasinsuffizienz – kurz EPI – sind zahlreich. So leiden ca. 90 Prozent der an Mukoviszidose erkrankten Menschen unter einer EPI. Die exokrine Pankreasinsuffizienz kann auch die Folge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) oder von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Zusätzlich weisen Diabetes-Patienten oft eine exokrine Pankreasinsuffizienz auf. Die operative Entfernung des Magens, z.B. aufgrund eines Magenkarzinoms, kann ebenfalls die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen.
Ursache: Mukoviszidose
Die ererbte Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose schädigt neben dem Bronchial- auch das Verdauungssystem. Besonders die Bauchspeicheldrüse ist oft betroffen. Sie wird durch zähen Schleim verstopft. Dadurch können die Verdauungsenzyme nicht mehr in ausreichender Menge in den Dünndarm abgegeben werden. Starke Blähungen, Bauchschmerzen oder auch Gewichtsabnahme sind die Folge. Bei Babys und Kindern mit Mukoviszidose kommt es in der Regel zusätzlich zu sogenannten Gedeihstörungen. Das heißt: Sie nehmen trotz ausreichender Ernährung ab und ihr Wachstum verzögert sich.
Ursache: Chronische Pankreatitis
Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronischen Pankreatitis) werden durch wiederkehrende Entzündungen die Zellen des Stoffwechselorgans langsam zerstört. Im Verlauf der Krankheit vernarbt das geschädigte Gewebe. Die Bauchspeicheldrüse kann somit keine oder nur unzureichend Verdauungsenzyme produzieren: Es kommt zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz.
Ursache: Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bauspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine relativ seltene Krebsart. Da die Patienten unter sehr unspezifischen Krankheitssymptomen wie Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme sowie allgemeinem Unwohlsein leiden, wird der Tumor oft erst spät entdeckt. Im Rahmen der Behandlung werden meist die betroffenen Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt; in manchen Fällen ist die Entfernung der kompletten Bauchspeicheldrüse nötig. Im Regelfall schließt sich eine Chemotherapie an. Die Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse bleibt meist auch nach einer Operation bestehen.
Ursache: Gastrektomie
Nach einer operativen Entfernung des Magens (Gastrektomie), z.B. aufgrund von Magenkrebs, rutscht der Speisebrei zu schnell in den Darm. Die Bauchspeicheldrüse ist hierdurch oft nicht in der Lage, ihre Verdauungsenzyme so rechtzeitig in den Dünndarm abzugeben, dass sie sich mit dem Speisebrei vermischen können. Zudem entfällt die vom Magen ausgehende Kommunikation über den Darm zur Bauchspeicheldrüse, so dass die Drüse nicht ausreichend zur Enzym-Produktion stimuliert wird. Durch die fehlende Enzymwirkung im Darm können Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette nicht in das Blut aufgenommen werden.
Diagnose
Nach Schilderung der Beschwerden erfolgt eine Untersuchung des Patienten durch den Arzt. Besteht der Verdacht, dass die Bauchspeicheldrüse erkrankt ist, werden zunächst mehrere Blutuntersuchungen durchgeführt. Weitere Diagnosemaßnahmen sind Pankreasfunktionstests sowie Stuhluntersuchungen. Bildgebende Verfahren (zum Beispiel Computer-Tomographie, Ultraschall) sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Diagnostik.
Therapie
Bei der Behandlung der EPI greifen mehrere Therapieansätze ineinander. Hat der Patient häufig starke Schmerzen, können Schmerzmittel hilfreich sein. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung für EPI-Patienten besonders wichtig. Da mangels körpereigener Enzyme insbesondere die Fettverdauung gestört ist, werden bei einer EPI immer Bauchspeicheldrüsenenzyme in Form von Kapseln oder Granulat verabreicht. Diese werden täglich zu jeder fetthaltigen Mahlzeit eingenommen. Außerdem kann es erforderlich sein, die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K zuzuführen. Je nach Krankheitsbild muss die Ernährung und die Enzymersatz-Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Patienten, deren Magen operativ entfernt wurde, benötigen beispielsweise viele kleine Mahlzeiten mit hoher Energiedichte, d.h. mit hohem Fettgehalt. Patienten, die unter Mukoviszidose leiden, brauchen überdurchschnittlich viel Energie.