Herzinfarkt – ein folgenschweres Ereignis
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Etwa 42% der Todesfälle 2009 waren darauf zurückzuführen. Laut Statistischem Bundesamt starben mehr als 60.000 Menschen in Deutschland infolge eines Herzinfarkts. In den letzten Jahrzehnten konnte die Prognose nach einem Infarkt durch den medizinischen Fortschritt deutlich verbessert werden. Nach Herzinfarkt ist eine lebenslange Therapie vonnöten.
Bei einem Herzinfarkt geht es um Minuten. Durch den Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße wird der Herzmuskel nicht mehr durchblutet. Schon nach kurzer Zeit kann Gewebe absterben. Um Folgeschäden zu minimieren, muss die Durchblutung so schnell wie möglich wieder hergestellt werden. Mit der Akutbehandlung ist es allerdings nicht getan. Patienten nach Herzinfarkt bedürfen einer lebenslangen Nachbehandlung, um Reinfarkte und andere Folgeschäden zu verhindern.
Was passiert bei einem Herzinfarkt?
Als Motor des Kreislaufs pumpt das Herz unser Blut durch den Körper. Für die anstrengende Arbeit braucht der Herzmuskel ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Drei Kranzgefäße sorgen dafür, dass er ständig versorgt wird. Kommt es zu einem Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße, werden Teile des Herzmuskels nicht mehr versorgt. Dabei reagiert der Herzmuskel sehr empfindlich auf eine Unterversorgung. Es kommt zum Infarkt und Teile des Gewebes können innerhalb kürzester Zeit absterben.
Welche Ursachen hat ein Herzinfarkt?
Einem Infarkt liegt in der Regel eine koronare Herzerkrankung (KHK) zugrunde. Hier sind Herzkranzgefäße atherosklerotisch verändert, d. h. es haben sich Ablagerungen, sog. Plaques gebildet. Diese verengen die Gefäße mehr und mehr. Die Entstehung von Plaques wird von verschiedenen Faktoren begünstigt. Dazu gehören u. a. Bluthochdruck, schlechte Blutfettwerte, Diabetes und Rauchen. Ein Infarkt entsteht, wenn Plaques einreißen: An der Rissstelle bildet sich innerhalb kurzer Zeit ein Blutgerinnsel, das das Gefäß letztendlich verschließt. Das hinter dem Verschluss liegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr durchblutet. In seltenen Fällen kann ein Herzinfarkt andere Ursachen haben. Dazu gehören Gefäßmissbildungen oder sog. Spasmen, also ein krampfartiges Zusammenziehen von Gefäßen.
Welche Symptome zeigt ein Herzinfarkt?
Typisch für einen Herzinfarkt ist ein starker, lang anhaltender Druckschmerz im Brustkorb. Dieser strahlt aus, in der Regel in die linke Schulter oder den linken Arm, aber auch in den Kiefer oder den Oberbauch. Meistens klagen die Betroffenen über Luftnot. Begleiterscheinungen sind ein flacher schneller Puls, Übelkeit und ein starkes Angstgefühl. Aber nicht jeder Herzinfarkt äußert sich auf diese Weise. Das geht soweit, dass Patienten manchmal gar nichts merken. Man spricht dann von einem „stummen Infarkt“.
Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?
Ziel der Akutbehandlung eines Herzinfarktes ist es, die Blutversorgung des Herzmuskels wieder herzustellen. Je schneller das geschieht, desto besser können Folgeschäden vermieden werden. Heutzutage wird meist eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Die verengte Stelle des Gefäßes kann durch Aufblasen eines Ballons wieder eröffnet werden. Zusätzlich kann eine Gefäßstütze, ein sog. Stent, das Gefäß stabilisieren. Alternativ kann mit Medikamenten versucht werden, das Blutgerinnsel aufzulösen, um den Blutfluss im Gefäß wieder herzustellen. Bei einer Bypass-Operation wird die verschlossene Stelle künstlich überbrückt. Dazu werden in der Regel andere körpereigene Gefäße verwendet.
Worauf sollte nach einem Infarkt geachtet werden?
Nachdem die Durchblutung des Herzmuskels wieder hergestellt ist, müssen Infarktpatienten lebenslang betreut werden. Denn die zugrundeliegende koronare Herzerkrankung bleibt weiterhin bestehen - und Folgeschäden sollte vorgebeugt werden. An erster Stelle steht eine Änderung des bisherigen Lebensstils. Übergewichtige sollten abnehmen, Raucher ihrem Nikotinkonsum abschwören und Stress reduziert werden. Für alle Patienten gilt täglich ausreichend Bewegung. Zusätzlich ist es wichtig, die Ernährung umzustellen. Das bedeutet Vollkornprodukte, viel frisches Obst und Gemüse. Cholesterinreiche Produkte wie Wurst, Butter und Fleisch sollten selten auf den Tisch kommen. Stattdessen empfiehlt es sich, Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren wie Raps- und Olivenöl oder Fisch zu genießen. Dieser enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Für die medikamentöse Therapie nach einem akuten Infarkt werden unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt. Hierzu gehören Blutverdünner, sog.Thrombozytenaggregationshemmer, Betablocker, ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten, Statine sowie Omega-3-Fettsäuren-Präparate.

