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Morbus Crohn: Symptome lindern
Die Krankheit kann jederzeit aufflammen: Bei der Arbeit, im Urlaub, beim Konzertbesuch. Dann haben Patienten plötzlich Bauchkrämpfe, Durchfall, Fieber. Morbus Crohn ist eine heimtückische Krankheit, die oft schubweise kommt. Viele Patienten müssen sich operieren lassen, weil sich im Darm Abszesse bilden oder der Trakt ganz verschließt. Heilen lässt sich Morbus Crohn nicht, doch heute gibt es Therapien, die die Symptome entscheidend lindern und die Lebensqualität vieler Patienten verbessern können.
In Deutschland leiden bis zu 150.000 Menschen an Morbus Crohn. Tendenz steigend: Vor allem in den westlichen Industrieländern breitet sich die chronische Erkrankung des Verdauungstrakts in den vergangenen 20 Jahren aus. Forscher vermuten, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung von Morbus Crohn zusammenwirken. Dazu zählen neben der erblichen Veranlagung die häufige Aufnahme bestimmter Nahrungsbestandteile wie raffinierte Kohlenhydrate, Stress oder auch Rauchen.
Krankheitsbild
Morbus Crohn ist eine bisher nicht heilbare, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen kann. Am häufigsten findet sich die Entzündung aber im Dünn- und Dickdarm. Nach heutigem Kenntnisstand entsteht Morbus Crohn auf Grund einer Fehlregulation des Immunsystems, die durch genetische Veranlagung und Umweltfaktoren begünstigt beziehungsweise ausgelöst werden kann. Meist tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Aber auch Kleinkinder und ältere Menschen können Morbus Crohn bekommen.
Symptome
Morbus Crohn äußert sich in häufigen Durchfällen, Schmerzen und Krämpfen im Unterbauch, durch Fieber und Gewichtsverlust sowie einem Gefühl der Abgeschlagenheit. Meist verläuft die Krankheit schubweise, zwischen Zeiten mit höherer Krankheitsaktivität liegen Intervalle relativer Beschwerdefreiheit. Die Schwere der Erkrankung kann stark variieren, in der Regel nimmt sie jedoch über die Jahre hinweg ab. In den entzündeten Bereichen sind alle Schichten der Darmwand betroffen, was zu verschiedenen Komplikationen führen kann. Häufig „graben“ die Entzündungen regelrechte Gänge ins benachbarte Gewebe. Diese sogenannten Fisteln können Verbindungen vom Darm zur Haut, Blase, Scheide oder auch zu anderen Darmschlingen bilden.
Ursachen
Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass mehrere Faktoren zusammen wirken, um Morbus Crohn auszulösen. So kennt man heute eine Reihe genetischer Veränderungen, die das Erkrankungsrisiko erhöhen und zur familiären Häufung des Morbus Crohn beitragen. Wichtig scheint außerdem eine „Barrierestörung“ des Darms zu sein, dessen Schleimhaut normalerweise für Bakterien ein unüberwindliches Hindernis darstellt. Bei Morbus Crohn-Patienten können Bakterien jedoch in die Darmwand einwandern und dort eine chronische Entzündung auslösen. Zudem gibt es Hinweise, dass Umwelt- oder Ernährungsfaktoren wie etwa Rauchen eine Rolle spielen.
Diagnose
Die Diagnosestellung ist für den Arzt gerade im Frühstadium der Krankheit manchmal schwierig, da die Symptome eines beginnenden Morbus Crohn zunächst oft denen anderer Erkrankungen gleichen. In der Regel wird die Diagnose von einem erfahrenen Spezialisten, einem Gastroenterologen, gestellt, der hierzu zunächst Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließt. Dies betrifft insbesondere die chronische Darmentzündung Colitis ulcerosa, die von einem Morbus Crohn oft nicht eindeutig zu unterscheiden ist, oder auch infektiöse Durchfallerkrankungen.
Therapie
Die Schwere der Erkrankung bestimmt die Behandlung. Sie reicht von einer medikamentösen Therapie, die den für Morbus Crohn typischen Durchfall hemmen soll, über Kortison sowie andere entzündungshemmende und immunsuppressive Mittel bis hin zur Operation.


