Abbott: Therapiegebiet
Plaque-Psoriasis
Forscher haben ermittelt, dass das Zytokin Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Entzündungsprozesses bei der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis spielt. Diese Erkenntnis hat zur Entwicklung neuer, effektiver Medikamente geführt. So greifen TNF-α-Blocker gezielt in den Entzündungsprozess ein und können ihn zum Erliegen bringen. Die Hauterscheinungen gehen oft innerhalb weniger Wochen zurück. In einigen Fällen verschwinden sie sogar vollständig. Abbott vertreibt hochwirksame Medikamente in Form eines humanen TNF-alpha Blockers zur Behandlung von Psoriasis.
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www.abbott-care.de
Plaque-Psoriasis: eine lebenslängliche Erkrankung
Mehr als 1,6 Millionen Deutsche leiden unter roten, schuppigen Stellen auf der Haut. Weltweit sind etwa 14 Millionen Menschen an Schuppenflechte erkrankt. Psoriasis, so der Fachbegriff, tritt mehr oder minder stark und in verschiedenen Varianten auf. Die häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris – hierzulande auch Plaque-Psoriasis genannt. Sie macht etwa 85 Prozent aller Fälle aus. Die chronisch-entzündliche Krankheit ist bislang nicht vollständig heilbar, sie kann aber wirkungsvoll behandelt werden.
Die Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle spielt. Der medizinische Name der Schuppenflechte leitet sich vom griechischen „psao“ , zu deutsch „kratzen“, her. Die Erkrankung äußert sich durch gerötete und erhabene Hautareale, die sich schuppen und oft jucken. Während Ärzte bisher davon ausgingen, dass Psoriasis eine reine Hautkrankheit ist, haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass diese Sichtweise überdacht werden muss. Denn etwa ein Drittel aller Patienten, die moderat bis schwer an Psoriasis leiden, erkranken ebenfalls an einer Arthritis; also an einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke. Viele Betroffene sind übergewichtig, sie leiden häufiger an Diabetes und haben ein höheres Risiko für Herzkreislauferkrankungen als Gesunde. Psoriasis betrifft also, vor allem bei schwereren Formen, den ganzen Körper. Mediziner sprechen daher von einer systemischen Erkrankung.
Krankheitsbild
Psoriasis ist eine chronische, lebenslange Erkrankung. Die Schuppenflechte kann sich in praktisch jedem Alter zeigen. Dem Verlauf entsprechend werden die Typen unterschieden. Bei 60 bis 70 Prozent der Patienten mit Schuppenflechte liegt eine Psoriasis vulgaris Typ 1 (Frühform) vor. Das durchschnittliche Alter bei Beginn dieses Typs liegt bei unter 30 Jahren. Bei Psoriasis vulgaris Typ 2 (Spätform) sind die Betroffenen in der Regel über 40 Jahre alt. Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form der Schuppenflechte. Sie machen rund 80 Prozent der Psoriasis vulgaris-Fälle aus. Die Psoriasis kann bei jedem Patienten anders verlaufen. Permanente Beschwerden – ob leicht oder stark – können ebenso vorkommen wie jahrelange Pausen mit fast völliger Beschwerdefreiheit. Nehmen die Beschwerden erneut zu, sprechen die Ärzte von einem "Schub".
Symptome
Bei Psoriatikern ist der Prozess der Hauterneuerung stark beschleunigt. Die Hautzellen (Keratinozyten) der betroffenen Areale teilen sich achtmal schneller als bei gesunden Menschen. Dadurch verkürzt sich der Zeitraum der Erneuerung der Epidermis von etwa vier Wochen auf wenige Tage. Die Folge sind die typischen Psoriasis-Plaques: scharf begrenzte und gerötete Hautareale, die von einer Schuppenschicht bedeckt sind. Oft treten sie an Knien, Ellenbogen, in der Kreuzbeinregion und am behaarten Teil des Kopfes auf. Sie sind häufig münz- bis handtellergroß und symmetrisch auf beide Körperhälften verteilt. Über die Hälfte aller Betroffenen klagt über Juckreiz. Bei schweren Formen sind große Teile der Körperoberfläche betroffen. Psoriasis-Plaques können gelegentlich auch spontan von selbst wieder verschwinden.
Bei mehr als der Hälfte aller Psoriasis-Patienten treten Nagelveränderungen auf: So kommen sogenannte Tüpfelnägel vor, die durch kleine, punktförmige Vertiefungen in den Nägeln charakterisiert sind. Außerdem können sich die Nägel verfärben, man spricht von „Ölflecken“. Die Nagelplatte kann sich vom Nagelbett ablösen (Onycholyse) oder es kann zu so genannten „Krümelnägeln“ mit Schuppenbildung unter dem Nagel und vollständiger Zerstörung der Nagelplatte kommen. Viele Psoriasis-Patienten schämen sich für ihr Aussehen und vermeiden den Kontakt mit anderen Menschen. Häufig stoßen sie bei ihren Mitmenschen auch auf Ablehnung. Dies kann zu sozialer Isolation und schwerwiegenden psychischen Problemen bis hin zu Selbstmordgedanken führen.
Ursachen
Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass mehrere Faktoren wirken müssen, um die Krankheit auszulösen. So kennt man eine Reihe von Genen, die eine Veranlagung für Psoriasis darstellen. Auch Umweltfaktoren wie Klimawechsel, Infektionen (besonders durch Streptokokken) und Hautverletzungen oder auch Alkohol, Rauchen und bestimmte Medikamente werden mit dem Auslösen einer Psoriasis in Zusammenhang gebracht.
Die Entzündung der Haut wird durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems verursacht. Dies führt zu einer unkontrollierten Aktivierung von Immunzellen, die in die Haut einwandern und diese dazu stimulieren, sich schneller zu teilen, als es für die normale Regeneration der Haut nötig ist. Ein genauerer Blick auf die Vorgänge in den entzündeten Hautarealen zeigt, dass die dort aktiven Immunzellen ein Übermaß an entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) produzieren, die Nachrichten zwischen den Zellen übermitteln. Heute weiß man, dass der Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Entzündung bei Psoriasis von wesentlicher Bedeutung ist.
Diagnose
Die Symptome der Schuppenflechte treten oft in so geringem Ausmaß auf, dass Betroffene sie erst gar nicht wahrnehmen. Sie können aber auch so ausgeprägt sein, dass sie die Lebensqualität deutlich einschränken. Typisch sind rote Fleckenbildung, trockene und silbrig glänzende Schuppung oder mit schmalem, rotem Saum begrenzte Areale. Die silbrigen Schuppen lösen sich anfangs nur schwer von der Haut, lassen sich aber mit dem Fingernagel abheben. Lässt sich vom darunter liegenden roten Fleck dann ein dünnes Häutchen lösen, ist die Diagnose recht eindeutig.
Therapie
Zur medikamentösen Therapie stehen dem behandelnden Arzt eine Reihe wirksamer Behandlungsmethoden zur Verfügung, die die Symptome deutlich lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Für die Behandlung der leichten Form der Psoriasis reichen topische Therapien, also Cremes und Salben, die auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden, in der Regel aus. Präparate, die dabei verwendet werden, umfassen Salicylsäure, Dithranol, Teerpräparate, Glukokortikoide (Kortison), Vitamin-D3-Präparate und Retinoide. Häufig werden Kombinationstherapien aus topischer Behandlung, Licht- und Badetherapien angewandt.
Dagegen sind diese Therapieformen bei der moderaten und vor allem bei der schweren Verlaufsform in aller Regel nicht ausreichend wirksam. Hier sollten systemische Therapien, ggf. in Kombination mit einer topischen und/oder physikalischen Therapie zum Einsatz kommen. Herkömmliche systemische Therapien sind Methotrexat, Cyclosporin, Acitretin oder Fumarsäureester. Diese Medikamente hemmen die Abwehrreaktion des Körpers und somit die fehlregulierte Aktivierung der Immunzellen.
Neuere Erkenntnisse der Biowissenschaften in den vergangenen Jahren haben einige der molekularen und zellbiologischen Vorgänge bei chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankungen wie der Plaque-Psoriasis geklärt und mögliche therapeutische Ansätze aufgezeigt. Hierzu wurden mit den TNF-alpha-Blockern maßgeschneiderte Eiweißkörper entwickelt, die gezielt in Schlüsselprozesse der Erkrankung eingreifen und sie damit auch langfristig kontrollierbar machen. Diese neu entwickelten Therapiekonzepte sollen selbst schwer erkrankten Patienten dabei helfen, ein Leben zu führen, das nicht mehr allein von der Krankheit bestimmt wird.