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Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen

Abbott hat sich zur Unterstützung und Einhaltung des so genannten Patientenkodex der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Arzneimittelindustrie e.V.“ (FSA) verpflichtet. Im Interview erläutet Dr. Hans-Joachim Fischer, Director Governmental Affairs bei Abbott, warum sich Abbott für Patientenorganisationen einsetzt und welche Bedeutung der Patientenkodex hat.

Dr. Hans-Joachim Fischer

Dr. Hans-Joachim Fischer, Director Governmental Affairs bei Abbott

Herr Dr. Fischer, was sind Patientenorganisationen?

Genauer gesagt heißen sie „Organisationen der Patientenselbsthilfe“. Es gibt sie zu verschiedenen Krankheiten, beispielsweise für Diabetes, chronische Darmerkrankungen, Rheuma oder Alzheimer. In den Organisationen haben sich verschiedene Akteure zusammengeschlossen, um Patienten, Angehörige und Freunde mit wertvollen Informationen über die spezielle Krankheit und Therapie zu beraten und sie zu unterstützen.

Und was hat Abbott davon, diese Organisationen zu unterstützen?

Unserer Überzeugung nach können wir als forschendes Gesundheitsunternehmen mit der Unterstützung dieser Organisationen einen entscheidenden Beitrag zum Wohle der Patienten leisten. Wir können den betroffenen Menschen helfen, ihre jeweilige Krankheit besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Aber wir lernen auch die Bedürfnisse der Patienten in Hinblick auf Forschung und Arzneimittel besser verstehen und darauf einzugehen. Nur so können wir gemeinsam bestmöglich an krankheitsbezogenen Lösungen arbeiten.

Die Zuwendungen an diese Organisationen müssen seit 2009 jährlich veröffentlicht werden. Was sind darüber hinaus die genauen Verpflichtungen des FSA-Kodex für forschende Arzneimittelhersteller?

Die Unternehmen müssen die Unabhängigkeit der Patientenorganisationen anerkennen und dürfen keinen unlauteren Einfluss auf die inhaltliche Arbeit und Ausrichtung der Organisationen nehmen. Zudem darf keine Exklusivität der Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen verlangt werden. Alle Eckpunkte der Kooperation müssen schriftlich dokumentiert werden, das betrifft auch Art und Umfang der Unterstützung.

War das denn nicht selbstverständlich?

Leider nicht immer. Mit der neuen Regelung soll eine moralisch und gesetzlich einwandfreie Zusammenarbeit gewährleistet werden. Das Hauptziel des Kodexes ist ein hohes Maß an Transparenz und Unabhängigkeit der Patientenselbsthilfe - und das unterstützen wir von Abbott natürlich.

Inwiefern?

Wir hatten ja schon vor dem FSA-Kodex unternehmensinterne Compliance-Richtlinien, die unsere Werte reflektieren und die Beachtung von Gesetzen und Kodices durchsetzen. Seit März 2009 legt Abbott aber nicht nur die Unterstützung von Patientenorganisationen, sondern auch die Spenden an Fachkreise offen.

Was passiert, wenn Firmen gegen den Kodex verstoßen?

Sollten Unternehmen etwa eine Exklusivität der Zusammenarbeit verlangen oder bei der Kostenübernahme für Reisen und Bewirtungen den angemessenen Rahmen überschreiten, drohen Sanktionen und Strafverfahren. Die Überwachung des Kodex übernimmt die FSA, die dem Gerichtsweg vorgelagert ist und eigene Ermittlungen aufnehmen kann.